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Automatisierte Abläufe haben das Transportwesen, die Produktions- und die Arbeitsverhältnisse
revolutioniert. Sie hinterlassen auch tiefe Spuren in der gesellschaftlichen Interaktion und in der Gestaltung der privaten Lebenswelt. Automation verspricht Sicherheit, Tempo, Effizienz und sie verheisst mehr Freiheit und Freizeit. Gleichzeitig sehen Skeptiker in ihr ein Mittel zur fortgesetzten Entfremdung, Kontrolle und Masslosigkeit. In diesem Spannungsfeld verortet sich die Konferenz „Die Revolution der Automation.“

Das interdisziplinäre Symposium bündelt seine Aufmerksamkeit auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Verkehrsautomatisierung und ihrer Bezüge zu Gesellschaft, Wirtschaft und Technik. Und es konzentriert sich auf die Zeit seit den 1950er-Jahren. Zweifellos setzt die Automatisierungsrevolution des 20. Jahrhunderts die Ikonen der Industrialisierung – die Dampfmaschine und die damit betriebene Eisenbahn – voraus. Das heutige Automationspotenzial erschliesst sich jedoch erst durch Innovationen wie den Transistor, die Elektronik und die Digitalisierung. Denn erst die Technologie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts kann, so der Historiker Eric Hobsbawm, die Vision der „Dampf-Verstand-Philosophen“ des 19. Jahrhunderts von einer Automation der Fabrik erfüllen (Hobsbawm 1969). Das gilt insbesondere für den Verkehr.

Die Entwicklung der modernen Verkehrsmittel verläuft denn auch wesentlich durch und mit Automatisierungsschübe(n). Neben dem Flugverkehr eignen sich spurgeführte Systeme besonders gut für einen selbsttätigen Betrieb, wie etwa moderne Metros zeigen. Seit den 1960er-Jahren setzen auch die Bahnakteure grosse Hoffnungen auf ein durch moderne Computersysteme ermöglichtes „automatisches kybernetisches System“, welches die situative Lenkung und Steuerung im Bahnverkehr weitgehend ersetzen würde (Otto Wichser, Betriebliche und bauliche Entwicklungsprojekte bei den Schweizerischen Bundesbahnen, in: Der Eisenbahner, 38/1965).

Die Konferenz diskutiert Beispiele der Vergangenheit, fragt nach dem Automatisierungspotenzial im Schienenverkehr der Gegenwart und der Zukunft – und evaluiert seine Sozial- und Ökobilanz. Beim Individualverkehr wirft eine weitgehende Automatisierung des Transportvorgangs grundlegende Fragen nach Souveränität, Autonomie und Verantwortung auf. Kann die mittels Automatisierung bezweckte Leistungssteigerung effektiv erreicht werden? Oder braucht der Strassenverkehr ein Quentchen Anarchie zu seinem Funktionieren? Haftet in Zukunft der Bordcomputer für einen Unfall?

Die Macy-Konferenzen zur Kybernetik in den USA versammelten in den 1940er/50er-Jahren Expertinnen und Experten aus einer Vielzahl von akademischen Feldern zum interdisziplinären Austausch und Erkenntnisgewinn. Angepasst auf schweizerische Grössenverhältnisse möchte die 2007 lancierte Konferenzreihe „Gesellschaft- Mobilität – Technik“ an solche Traditionen anknüpfen. Sie lädt Forschende und Fachpersonen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Natur- und Verkehrswissenschaften, der Ingenieurstechnik und der Politik und das interessierte Publikum zu einem Rundgang durch Geschichte und Gegenwart ein und zu einer öffentlichen Debatte darüber, welche Lösungen die Automation angesichts der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen für die Bewältigung von Verkehr und Transport der Zukunft bereit hält.

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Programmflyer zum Download

Die Reihe "Gesellschaft - Mobilität - Technik" wurde am 28. Juni 2007 an der ETH Zürich lanciert mit der Konferenz: "Mit Tempo in die Zukunft? Die Geschwindigkeit der Eisenbahn".
Informationen dazu finden Sie auf der Website: www.ivt.ethz.ch/news/archive/20070628_seminar